sah | fluechtlinge-schule.de – 11.04.2016

Mehr als die Hälfte der Flüchtlinge sind unter 25 Jahre alt und könnten somit über das deutsche Bildungssystem frühzeitig in die Gesellschaft integriert werden. Dazu bräuchte es eine bessere Zusammenarbeit von freiwilligen Helfern und Schulen, wie eine qualitative Befragung der Vodafone Stiftung unter gemeinnützigen Organisationen zeigt.

 

In erster Linie bräuchten Schulen mehr Lehrer. Darüber hinaus werden aber auch mehr freiwillige Helfer benötigt, wie die befragten Organisationen erläutern. Lehrer und Erzieher bleiben natürlich die eigentlichen Bildungsexperten, aber gerade weil ihre Aufgaben nun ungeahnt größer und schwieriger werden, brauchen sie zusätzliche Unterstützung. Erfreulicherweise gibt es ja eine große Zahl von Menschen in Deutschland, die sich für Flüchtlinge engagieren wollen. Damit diese den Flüchtlingen nun auch bei der langfristigen Integration in den Bildungseinrichtungen, wie Kitas, Schulen und Hochschulen, effektiv helfen können, sollten mindestens fünf Faktoren berücksichtigt werden:

Zunächst sollte es in jeder Kommune einen zentralen Ansprechpartner geben, der die freiwilligen Helfer an die Bildungseinrichtungen vermittelt. Darüber hinaus sollten Freiwillige und Hauptamtliche in den Bildungseinrichtungen die Rolle des jeweils anderen respektieren sowie offen und vertrauensvoll zusammenarbeiten. Drittens sollten die Bildungseinrichtungen die Freiwilligen gut auf ihren Einsatz vorbereiten und kontinuierlich betreuen, was von der Politik beispielsweise dadurch unterstützt werden könnte, dass sie vor Ort zentrale Fortbildungskurse für alle Helfer anbietet, die nicht von jeder Bildungseinrichtung einzeln durchgeführt werden können – etwa zu interkulturellen Aspekten, zum Umgang mit Traumatisierung, zur Vermittlung gesellschaftlicher Werte und dem Lernen von Deutsch als Fremd- oder Zweitsprache. Viertens muss jede Bildungseinrichtung ihr Schutzkonzept vor Gewalt und Missbrauch, das sie ohnehin haben sollte, nahtlos auf den Einsatz von freiwilligen Helfern übertragen. Und schließlich, sollten alle Freiwilligen die Anerkennung erhalten, die sie verdienen – vom kleinen, ehrlichen Danke im Alltag bis hin zur großen Dankesfeier für alle.

Alle Erkenntnisse aus der Umfrage finden sich im Internet unter www.vodafone-stiftung.de.

Quelle: www.bildungsklick.de, 01.04.2016

 

Vorlagen und Arbeitshilfen zum Thema

Sprach- und kultursensibler Unterricht (im Handbuch)

Umgang mit traumatisierten Kindern (im Handbuch)

Den Unterricht ergänzende schulische Angebote (im Handbuch)